Trägerschaft geht an die Volkshochschule Schulausschuss bekräftigt Entscheidung des Rates
10.06.2010
Harsewinkel (rz). Es bleibt dabei: Die Trägerschaft für die offene Ganztagsgrundschule (OGS) an der Kardinal-von-Galen-Schule wechselt zum Beginn des neuen Schuljahres von der BaS (Betreuung an Schulen GmbH) an die Volkshochschule (VHS) Reckenberg-Ems. Mit den Stimmen aller Fraktionen bekräftigte der Schul-, Kultur- und Sportausschuss in einer Sondersitzung in der Mensa der August-Claas-Schule die Entscheidung des Rates, der sich Ende April nichtöffentlich mit diesem Thema befasste und mit großer Mehrheit für die Kündigung des Vertrages mit der BaS stimmte.
Wie berichtet, hatte der Trägerwechsel ein Sturm der Empörung in der katholischen Grundschule ausgelöst. Die Schulleitung an der Spitze mit Rektorin Mechthild Clarfeld, die zum Ende des Schuljahres aus Altersgründen aus dem Schuldienst ausscheidet, und die Eltern protestierten heftig gegen die Entscheidung. Die Gründe für die Ablehnung der Ganztagsbetreuung unter der Federführung der VHS wurden am Montag im Rahmen der Schulkonferenz formuliert. Der Beschluss lag dem Schulausschuss in schriftlicher Form vor. Es wird darin unter anderem darauf hingewiesen, dass der Wechsel der Trägerschaft nicht der Wunsch der Schule sei. Außerdem sei man über den Beschluss des Rates zu spät und unzureichend informiert worden. Mit der Kündigung werde ein seit 2003 erarbeitetes pädagogisches Konzept über den Haufen geworfen. „Bei der Auswahl des neuen Trägers sehen wir unser Mitbestimmungsrecht in Frage gestellt“, heißt es dort weiter. Eine wichtige Forderung der Unterzeichner ist, dass die OGS-Leitung von einem Sozialpädagogen übernommen wird – dies vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass an der Schule 14 Kinder mit sozialpädagogischem Förderbedarf unterrichtet werden.
Es gibt kein Zurück. Und der Wechsel ist gewollt. Das wurde unter den aufmerksamen Augen von Dr. Rüdiger Krüger, Leiter der VHS Reckenberg-Ems, aus den Reihen aller Fraktionen bekräftigt. Nicht die Entscheidung an sich, sondern das Verfahren als Ganzes wird aber auch bei den Politikern mit einigem Unbehagen gesehen. Ausschussvorsitzender Albert Deittert (CDU) nutzte deshalb die Gelegenheit, um eine persönliche Erklärung abzugeben. „Ich kann den Ärger, den Wut und den Protest der Betroffenen gut verstehen. Die Grundsätze einer vertrauensvollen Zusammenarbeit sind hier missachtet worden“. Es sei aber unzulässig, die Verwaltung dafür verantwortlich zu machen. Denn schließlich habe sich der Rat mit großer Mehrheit für einen Trägerwechsel ausgesprochen. Die Verwaltung sei rechtlich verpflichtet, diesen Beschluss umzusetzen. Den BaS-Mitarbeitern sei ausdrücklich eine gute pädagogische Arbeit bescheinigt worden, die Probleme, die schließlich für die Kündigung ausschlaggebend gewesen waren, seien aber in der internen Verwaltung von BaS begründet, sagte Deittert, ohne auf Einzelheiten einzugehen. „Wir müssen nach vorn schauen, die beste Lösung für die Kinder finden und eine neue Vertrauensbasis schaffen“.
Dr. Angelika Wensing (CDU) bekräftigte, dass die VHS ein erfahrener und kompetenter Träger sei, dem man eine gute Ganztagsarbeit zutraue. „Weder Rat noch Verwaltung haben leichtfertig gehandelt. Ich bedauere es aber sehr, dass sich der Informationsfluss verzögert hat“. Kritik an der Schulleitung der Kardinal-von-Galen-Schule äußerte Reinhard Hemkemeyer (SPD). Bei aller Zeitenge habe es sehr wohl Gelegenheit gegeben, die Eltern rechtzeitig zu informieren. „Es gibt viele Fragezeichen hinter der Motivation der noch amtierenden Schulleiterin“.
© 2010 Neue Westfälische
Gütersloher Zeitung, Donnerstag 10. Juni 2010
aktualisiert von Karl-Heinz Diederichs, 10.06.2010, 08:23 Uhr |